Verschwommenes Bild von einem Gebäude mit Schriftzug Story

Leben retten will geübt sein

20.08.2014 — Auf der Baustelle für ein neues Kraftwerk geht es in die Höhe. Um Bauarbeiter bei Unfällen zu retten und zu versorgen sowie für Brandschutz und -abwehr benötigt man Höhenretter und Feuerwehrmänner. Optimalerweise sind diese direkt vor Ort ansässig und können ihre regelmäßigen Übungen in den Gebäuden durchführen, wie im Fall des E.ON-Kraftwerks Datteln in Nordrhein-Westfalen.

Ein Besuch auf der circa 60 Hektar großen Baustelle für das Kraftwerk „Datteln 4“ von E.ON beginnt in der Pforte. Wer auf die Baustelle möchte, bekommt hier vorab eine Video­ Sicherheitsunterweisung. Eine der Aufgaben der Werkschutzleistungen, die Dussmann Service hier seit Baustart im Februar 2007 samt Betriebsfeuer­ wehr und Rettungsdienst erbringt. Dussmann Service sichert ein weiteres Kraftwerk in der Region und betreibt in Deutschland mehrere andere Betriebsfeuerwehren sowie eine Werksfeuerwehr.
Die Hauptgebäude des Kraftwerks sind bis auf Restarbeiten fertiggestellt; es fehlen noch die wesentlichen Zulieferanlagen. Das Kraftwerk Datteln 4 hat eine Bruttoleistung von 1.100 Megawatt und wird verschiedene ältere Kraftwerke im Ruhrgebiet ersetzen. Neben der Erzeugung von 50-­Hertz­-Strom für die öffentliche Versorgung wird Datteln 4 Bahnstrom bereitstellen und rund 100.000 Haushalte im mittleren Ruhrgebiet mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgen.

Nach und nach werden die benötigten Sicherheitsmitarbeiter gestellt. Derzeit sind es rund 40: Sicherheitsfachkräfte, Rettungsassistenten, Aufzugsführer. Zu den Werkschutzaufgaben gehören der Betrieb der Werkschutz­ und Brandmelde­zentrale, die Zufahrtsregelung, das Ausweiswesen sowie die Außenstreife. Auch eine Hundestreife gehört zum Team. Soweit, so klassisch. Aber hier sind auch Feuerwehrmänner als Höhenretter und Sicherheitsbeauftragte tätig.
Die Betriebsfeuerwehr ist seit April 2009 dabei. Im Schicht-­System stehen je drei Männer täglich rund um die Uhr bereit. E.ON legt Wert auf eine eigene Mannschaft vor Ort. Zu Recht: Die nächste Feuerwehrwache mit ausgebildeten Höhenrettern befindet sich im 30 Autominuten entfernten Dort­mund.
Treppentürme, Kesselhäuser, Kräne – alles mögliche Einsatzorte für das Team. Ort und Art der Verletzung bestimmen die Rettungsmaßnahmen. Geht es in die Höhe oder in die Tiefe, etwa in einen Grabungsschacht? Ist die verletzte Person bei Bewusstsein? Wie stark sind die Verletzungen? Die Betriebsfeuerwehr übt deshalb regelmäßig theoretische und praktische Rettungsmaßnahmen. E.ON wird informiert, bevor die Mannschaft in den Gebäuden übt und den Ernstfall probt.  Eine Übung im November 2013 trainierte not­wendige Maßnahmen bei der Menschenrettung, der Brandbekämpfung und der technischen Hil­feleistung, schulte das Team im Umgang mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten sowie dem Retten, dem Transport, der Lagerung und der Betreuung von verletzten Personen bis zur Über­ gabe an den öffentlichen Rettungsdienst.
In der ersten Übung wurde im äußeren Bereich des 16,7 Hertz-­Trafos in der Bahnstrom-­Umrichter­anlage ein Brand simuliert. Die Rauchentwicklung wurde durch eine Nebelmaschine, der Alarm an der Brandmeldezentrale akustisch und optisch nachgeahmt. Die Mitarbeiter sollten nach freigegebener Handlungsabfolge bei Brand in der Bahnstrom-Umrichteranlage verfahren sowie einen Löschangriff mit Schaum simulieren. 
Lerneffekte dieser Übung: Alle Fahrwege müssen für die Feuerwehr frei bleiben und nicht durch verlegte Schlauchleitungen blockiert werden. Die Sperrpfosten zu den Anlagen dürfen erst nach Freischaltung durch den Schaltberechtigten geöffnet werden. Als Empfehlung an E.ON ergab sich zudem aus der Übung, eine zusätzliche Warnbeschilderung anzubringen, die Einsatzfahrzeuge auf die Abstände zu den quer zur Fahrspur verlaufenden Hochspannungsleitungen hinweist. Die weiteren Übungen simulierten einen Brand im Maschinenhaus, der mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten bekämpft wurde, sowie einen Brand im Materiallager mit drei vermissten Personen. „Die vorgegebenen Rettungsketten wurden einwandfrei in Team-Leistung umgesetzt“, bewertet Dussmann-Objektleiter Detlev Freynhagen die Übung.

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